978-3-03909-198-0

Ordnung von unten

Die Demokratie neu erfinden

Ruh, Hans
ISBN 978-3-03909-198-0
1. Auflage
erschienen in 2011
Sprache D
208 Seiten
Klappenbroschur

 

CHF 29,90 / EUR 24,80

Blick ins Buch

Zum Buch
Die Weltwirtschaft befindet sich in einer permanenten Krise, einer Krisenlatenz. Die Hauptursache liegt im Verlust einer Werteorientierung, im Verlust der Ordnung des Seins und der Legitimität; als Folge wird die Anarchie zur faktischen Grundstruktur von Weltwirtschaft und Weltgesellschaft mit verheerenden Konsequenzen für Menschen und Umwelt.
Hans Ruh greift auf die Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte zurück und setzt sich ebenso intensiv mit den brennenden Fragen des aktuellen Weltgeschehens auseinander. Er legt offen, welche Probleme uns heute beschäftigen und in Zukunft betreffen und wie das wirtschaftliche Verhalten wieder an eine übergeordnete Werteordnung angekoppelt werden kann.
Mit «Ordnung von unten» meint er die Verlagerung des Handlungsschwerpunkts auf die Zivilgesellschaft. Autonomie bzw. Selbstorganisation sind – nach dem Verlust der Regulierung von oben – Anforderungen an die wichtigsten funktionierenden Systeme.
Mit seinen sechs Leuchttürmen

  • das System «Ethische Marktwirtschaft»
  • Wirtschaft von unten
  • Agenturen für elementare öffentliche Güter
  • Ideen, die selbständig «fliegen»
  • Projekte
  • demokratische Zivilgesellschaft

zeigt Hans Ruh, wie wir die Zukunft gestalten und in eine andere Richtung, nämlich hin zu einer lebenswerten und überlebensfähigen Wirtschaft beziehungsweise Gesellschaft lenken können.

Umschlagtexte und -gestaltung: Gottfried Honegger, Zürich.

Klappentext
«Wir leben heute
in einem Scheinfrieden.
Wir verdrängen –
obschon wir wissen,
dass unsere Weltkultur krank –
sehr krank ist.
Wir warten auf ein Wunder –
wir lügen uns an
und zerstören weiter.
Das Buch von Professor Hans Ruh
ist mehr als eine Predigt.
Es zeigt uns den Tunnel,
in dem wir leben.
Es zeigt uns auch
den Weg zum Ausgang
zur ‹Ordnung des Seins›,
zur ‹Ordnung von unten›
Gottfried Honegger

Urteil der Presse
«Mit konkreten Handlungsempfehlungen für Konsumenten, Unternehmen und Bürger endet das engagiert und kurzweilig geschriebene Buch, das explizit als ein möglicher Weg aus der Krisenpermanenz zu verstehen ist. [...] Deshalb sei das Buch nachdrücklich als anregende Lektüre empfohlen.»
Markus Babo, Professor für Theologie und Ethik in der Sozialen Arbeit an der Stiftungsfachhochschule München, in: Reformierte Presse, Nr. 1/2, 11. Januar 2013, S. 9

«Mit Herz und Verstand setzt sich Hans Ruh für ein Wirtschaften im Einklang mit ethischen Werten ein. (...) Beeindruckend erscheint das Mass sowohl an Empathie als auch an Sachverstand, wenn es um die Verwirklichung einer ‹Ethischen Marktwirtschaft› geht, zum Beispiel bei Vorschlägen zur Überwindung absoluter Armut in unterentwickelten Ländern. Ruh argumentiert mit einem umgekehrten Utilitarismus, den er von Karl Popper übernimmt: Nicht die grösste Glückseligkeit der grössten Zahl, sondern das kleinste Mass an vermeidbarem Leid für alle, angefangen bei denen, die in Armut leben, müsse das Ziel sein. (...) Den nachdenklichen und vorausschauenden Leser wird Ruhs Buch beeindrucken und bereichern.» Hartmut Kreikebaum, FAZ 31.10.2011, Nr. 253, S. 12

«Die Weltwirtschaft eilt von Krise zu Krise. Der Sozialethiker Hans Ruh hat sich auf die Suche nach den Ursachen für diese ‹Krisenlatenz› gemacht. Für ihn steht der Verlust an Werteoriertierung im Vordergrund. Der Theologe skizziert eine neue ‹Ordnung von unten›, die anstelle der heute dominanten ‹anarchischen Grundstruktur der Weltwirtschaft› treten könnte. Dafür aber müssten die Handlungsschwerpunkte zurück in die Hände einer demokratisch verfassten Zivilgesellschaft gelegt werden. Ruh zeigt mit einer Reihe von ausformulierten Ideen auf, wie sich das wirtschaftliche Verhalten der Akteure wieder an eine übergeordnete Werteordnung ankoppeln liesse. Die konkreten Handlungsanleitungen legen offen, wie jeder Einzelne von uns die Zukunft gestalten und damit die Grundlagen einer lebenswerten und überlebensfähigen Gesellschaft legen könnte.»
David Strohm, NZZ am Sonntag, 26.6.2011

«Hans Ruhs neues Buch ‹Ordnung von unten – Die Demokratie neu erfinden› ist ein Plädoyer, die ‹prinzipielle Notwendigkeit der ethischen Steuerung menschlichen Handelns und gesellschaftlicher Systeme› wieder in den Blick zu bekommen. [...] Ein nachdenklich machendes Buch.»
Delf Bucher, reformiert, Nr. 9/26. August 2011, S. 9

«Für eine Evolution von unten – Dass gewissenlose Anarchie zur Grundstruktur von Weltwirtschaft und Weltgesellschaft geworden ist, ‹mit verheerenden Folgen für Menschen und Umwelt›, mag keine neue These sein. Aber Hans Ruh, emeritierter Professor für Theologie und Sozialethik, hält sich nicht mit der Klage über die Befunde auf, sondern entwickelt eine Fülle von Ideen für den ‹Aufbau von Nebenwelten, die sich an übergeordneten ethischen Werten orientieren›. Adressaten seines Buches, das nicht weniger ist als die Summe lebenslangen Nachdenkens über Gerechtigkeit, sind – wir. Nur wenn wir an unserem jeweiligen Ort, und sei es bloss als mündige Konsumenten, jede Chance zur Mitwirkung nutzen, kann Zivilgesellschaft entstehen – und auf lange Sicht das Netzwerk einer ethischen Weltordnung, die die destruktive Allgewalt des Ökonomischen bricht.»
Andreas Nentwich, Leben & Glauben und Der Sonntag,
Nr. 35/2011, S. 41

«In seinen Anregungen für praktisches Handeln, etwa dem Einsatz für ein arbeitsunabhängiges Grundeinkommen, einen obligatorischen Sozialdienst oder einen ethisch-ökologischen Lebensstil, ist brisanter Zündstoff enthalten.»
Toni Föllmi, ehemaliger Direktor der Schweizerischen Nationalbank, in: NZZ Nr. 178, 3.8.2011, S. 23.

«Ruh ist ein durch und durch politischer Mensch, eine Art politischer Lehrer oder Wegweiser, aber er ist kein Politiker. (...) Dieser Wille zur ethisch gestützten Botschaft, einer ethisch fundierten pragmatischen Argumentation, welche vom Menschsein ausgeht, prägt das Buch von Ruh. Immer wieder stellt er ganz konkrete praktische Beispiele, Möglichkeiten des Handelns ins Zentrum. Wohltuend ist (...), dass er das Scheitern, das Unvollkommensein, den Fehler in der Überlegung und in der praktischen Umsetzung, im individuellen Erkennen, nicht ausschliesst und dennoch hoffnungsvoll Handeln fordert. (...) Ruh vertraut auf die Lernfähigkeit und die Lernbereitschaft der Menschen, sofern ihnen die dafür notwendige Basis zugestanden wird. Und er vertraut auf die Demokratie, in ihren verschiedensten Formen. Der Begriff der deliberativen Demokratie wird mit viel Wohlwollen eingeführt, basiert er doch auf der von Ruh gewünschten rationalen und transparenten Argumentation. Es gibt durchaus Verknüpfungen mit der Vorstellung des herrschaftsfreien Diskurses von Habermas. Lasst die Menschen ihre Dinge selbst regeln, gebt ihnen die Möglichkeit, ihre Umgebung zu gestalten, gebt ihnen so viel Abwesenheit von Leid wie möglich (...), dann wird es trotz allen Fehlern, Unvollkommenheiten und Irrtümern insgesamt zu einer lebenswerteren Welt kommen. So etwa kann die Botschaft von Hans Ruh knapp zusammengefasst werden.»
Herbert Ammann, Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft, in: SGG-Revue Nr. 5, 2011, S. 34.

«Fein säuberlich analysiert Hans Ruh die Krisenphänomene und spricht über Massenelend, Kriminalität, den Umgang mit der Natur und Machtkonstellationen. Ruh nennt auch einen Ausweg aus der Krise, nämlich mit Ordnung von unten, Selbstorganisation und Orientierung an ethischen Werten. Mit sechs ‹Leuchttürmen für eine andere Welt› zeigt er schliesslich auf, wie die Zivilgesellschaft wieder die Oberhand gewinnen könnte.»
Bruno Knellwolf, in: St. Galler Tagblatt, 17.3.2012, S. 10.

Autor und Künstler
Hans Ruh, geboren 1933, war ordentlicher Professor für systematische Theologie mit Schwerpunkt Sozialethik an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich. Er ist bekannt durch seine zahlreichen Publikationen und seine Vortragstätigkeit im gesamten deutschsprachigen Raum. Er lebt in Zürich.

Gottfried Honegger, geboren 1917, gestaltete das Cover und verfasste die Umschlagtexte.
Nach dreissig Jahren Tätigkeit als graphischer Gestalter entscheidet sich Gottfried Honegger 1960 in New York, sich endgültig der Kunst und der kulturellen Aufklärung zu widmen.

Von Hans Ruh sind ausserdem erschienen:

 Ich habe mich eingemischt

 Bedingungsloses Grundeinkommen